Die Politikmaschine – vom Ende des Kapitalismus!

Er hat eine gewisse Perfektion erreicht – der Kapitalismus. An sich beinahe weltweit als heils- und wohlstandsbringenste Form sämtlicher Idealismen anerkannt, findet er nach langer Zeit wieder erste meinungsführende Kritiker. Er hat unsere Demokratie zur Politikmaschine umgebaut: Wer einen Taler einwirft, der bekommt einen Wunsch erfüllt. Lobbyismus heißt das dann neudeutsch, was eigentlich der Aufstieg derjenigen ist, die ausreichend Geld haben, um die Maschine zu füttern und sich ausreichend Leute und Spesen leisten können, damit das Wunschkonzert auch erfolgreich ist.

So zerstört sich die Demokratie selbst. Das Kapital erklärt sich ganz legal zum politischen Führer und dem Bürger wird vorgemacht, er habe es ja selbst so gewollt. Wen also wählen wir überhaupt? Mittelsmänner? Kleine Rädchen für die Politikmaschine? Naja, nun gut – wenn wir nach China schauen oder in die südlichen Gefilde unseres Planeten. Da können wir auf unser lange erkämpftes Volkssouverän doch stolz sein. Nur müssen wir aufpassen, dass dieses nicht mehr und mehr unterlaufen wird und verloren geht. Wenn also ab und an ein Rädchen in der Politikmaschine blockiert bleibt, so hat das womöglich sein Gutes.

Besser wäre es, wenn die Maschine ohne externen Münzeinwurf funktionieren würde. Besser wäre es, sie würde die münzwerfenden Mächte nach bestem Wissen und Gewissen regulieren. Dafür benötigt sie ein Eigenleben. Doch Fehlanzeige. Die politischen Manifeste nähern sich seit langem dem gemeinsamen Nullpunkt. Unkonkrete Ziele stammen aus dem letzten Jahrhundert. Damals gab es noch unterschiedliche Aussagen und Meinungen. Es sind nicht nur die großen Erzählungen verloren gegangen, sondern auch Zielsetzungen und Ideale, die auf weit kleinerer Flamme geköchelt wurden. Inzwischen sind wir beim poltischen Einheitsbrei angekommen.

Die Parteien folgen den Lobbyisten auf dem Fuß. Ist die CSU noch christlich, die SPD noch sozial, die GAL noch grün oder die FDP eine “Bank” in Sachen Wirtschaftspolitik? Und wo findet die Linke endlich ihre Identität? Vielleicht sollten sich einige zu größeren Parteien zusammenschließen. So ein Zwei-Parteien-System wie in der U.S.A. hat den Vorteil, dass man sich bei der Wahl nicht mehr so quälen muss. Vielleicht fiele dann auch die Abgrenzung einfacher. Keine grüne CSU oder eine soziale FDP, keine SPD, die ihr Sozial unterwegs verloren hat und keine GAL, deren Wurzeln tief in der Erde verschwunden sind. Einfach Partei Alpha und Omega. Das spart jede Menge Lobbyisten und es sorgt dafür, dass sich die Rädchen der Politikmaschine auch mal gegeneinander drehen.

Und was an Lobbying-Kosten eingespart wird, das kann zum regieren verwendet werden. Dann brauchen wir auch keine politischen Funktionäre in den Aufsichtsräten unserer Banken und Unternehmen und können die Posten denjenigen überlassen, die sich damit auskennen. Ja, der Fachverstand hilft nicht immer, aber besser als die Laienentscheidungen und -verpflichtungen überforderter Politiker sind sie in aller Regel. Diese sollten sich auf wesentliche Entscheidungen konzentrieren und ihre Verpflichtung zu echtem sozialen Ausgleich, wie auch gleichfalls zur Schaffung eines kulturellgeprägten Lebens ernst nehmen sowie den Bürgerwillen zum Maßstab ihres Handelns machen.

Denn wir lernen nach langer Zeit einmal wieder von den Griechen: es ist nicht alleine die Währung, die Europa zusammenhält. Ganz im Gegenteil.

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Über LuM

Wahrheit „= Eine Fackel, aber eine ungeheure; deswegen suchen wir alle nur blinzelnd so daran vorbei zu kommen, in Furcht sogar, uns zu verbrennen.” Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), dt. Dichter

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