Endlich ist es raus!

Jahrelang haben wir geglaubt, die Sicherheit Deutschlands werde auch am Hindu Kush verteidigt und dass unsere Bundeswehr in Afghanistan eine humanitäre Mission verfolgen würde. Und trotzdem hatte man unterschwellig das Gefühl, dass da noch etwas anderes dahinter stecken könnte.

Jetzt ist es offiziell und, sozusagen von allerhöchster staatlicher Stelle, eindeutig bestätigt. Vorbei die Zeit der Vermutungen und Dementis, endlich wissen wir was los ist.

Die deutschen Truppen sind natürlich ausschließlich aus pekuniären und wirtschaftlichen Interessen in Afghanistan einmarschiert und sichern somit Absatzwege und -kanäle des deutschen Exports. Damit der deutsche Michel weiterhin seinen Wohlstand bewahren und möglichst vermehren kann. Vielen Dank an Bundespräsident Horst Köhler, der mit seinem Interview beim Deutschlandradio endlich für diese Klarheit gesorgt hat.

Und damit hat er gleichzeitig eine weitere Unklarheit aus der Welt geschafft, nämlich die Frage, ob es sich bei dem Einsatz in Afghanistan um einen Krieg handelt, oder nicht. Falls Sie noch eine Definition brauchen… bitteschön!

Mit Verlaub Herr Bundespräsident, da hätten Sie vielleicht besser mal den Mund gehalten!

Bildquelle: Schloss Bellevue by Stephan Czuratis

Bildquelle: Bundespräsident Horst Köhler by Roosewelt Pinheiro/ABr

avatar

Über LuM

Wahrheit „= Eine Fackel, aber eine ungeheure; deswegen suchen wir alle nur blinzelnd so daran vorbei zu kommen, in Furcht sogar, uns zu verbrennen.” Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), dt. Dichter

One Kommentar

  • Mai 28, 2010 | Permalink | Antworten

    Seit Jahren wiederhole ich im Weblog bei jeder Gelegenheit, wenn Soldaten, Soldatenmütter und andere meinen, unsere Jungs und Mädels in Afghanistan würden ihr Leben “für uns” riskieren: sie tun es nicht für uns, sondern für Wirtschaftsinteressen.

    Endlich spricht unser Bundespräsident mit all seiner Autorität ebendieses deutlich aus.
    Köhler sagt: unsere Interessen. Sind sie das wirklich? Wer ist “wir”?
    Wer an der Globalisierung, dem uneingeschränkten weltweiten Handel Interesse hat, das sind die großen Konzerne, die ihre Produktion in Billiglohnländer verlagern und hier die Arbeitsplätze abbauen.
    Arbeitsplätze und Einkommen, die eine stärkere Binnennachfrage schaffen, werden nicht durch Globalisierung, sondern durch eine stärkere Ausrichtung der Wirtschaft auf das Inland geschaffen, das ist unser Interesse!
    Und wenn man denn einen größeren Wirtschaftsraum braucht, so ist die Europäische Union da. Die ist übrigens aus dem Gedanken heraus entstanden, dass die nationalen wirtschaftlichen Interessen nicht durch Kriege oder kriegsähnliches Handeln, sondern am besten durch friedliche Einigung gewahrt werden.

    Ich bin Horst Köhler richtig dankbar, dass er nunmehr deutlich klargemacht hat, wofür die Auslandseinsätze der Bundeswehr durchgeführt werden: Nämlich nicht für irgendwelche hehren Ziele wie Heimatschutz, Menschenrechte, Aufbauhilfe, sondern für Wirtschaftsinteressen einer “Elite”.

    Den leitenden Militärs kann das nicht gefallen. Denn wenn eine Autorität wie der Bundespräsident diese Wahrheit ausspricht, könnte so mancher junge Mensch, der Berufssoldat wurde, weil er unter anderem glaubte, damit besagten hehren Zielen zu dienen, ins Grübeln kommen; und mancher, der das als Beruf ins Auge gefasst hatte, könnte davon Abstand nehmen.

Hinterlasse einen Kommentar

Sag was!

Deine eMail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

nach oben