Biokost liegt weiterhin vorne!

Es ist ein Jammer. Die jüngste Meldung von Stiftung Warentest geht durch die Medien wie ein Lauffeuer. Meist wenig differenziert und wenn doch, dann dennoch mit der Überschrift: “Biolebensmittel kaum gesünder!”.

Hierzu ist zunächst einmal festzuhalten, dass das Bio-Siegel nach der entsprechenden EU-Verordnung dafür garantiert, dass keine chemischen Pflanzenschutzmittel und keine gentechnisch veränderte Organismen verwendet werden. Ich würde mal meinen wollen, dass alleine das schon wesentlich gesünder klingt, nicht nur in puncto direkte Nahrungsaufnahme, sondern gerade mit Blick auf Umweltsünden und ihren Folgen.

Problematisch ist vielmehr zu nennen, dass die EU-Verordnung insbesondere bei der Lebensmittel-Verarbeitung von Biokost zu weite Grenzen zieht und eine Reihe von Zusatzstoffen erlaubt, deren Verhältnis zur Gesundheit ungeklärt bis auffällig negativ ist. Weitere Punkte sind der ungleiche Wettbewerb, den Bio versus Convenience Food führt, die unsaubere Subventionierungspolitik bezüglich der konventionellen Nahrungsindustrie und die mangelnde und unterschiedliche Selektion und Selbstverpflichtung verschiedener Hersteller.

Fazit: Bitte genauer hinsehen, was man isst. Bio ist in aller Regel sicherlich die wesentlich bessere Variante. Da genügt es eben nicht, wie bei Stiftung Warentest geschehen, subjektive, empirisch ermittelte Geschmacksfragen im Verhältnis von Pestizideinsatz und ethischer Selbstverpflichtung aufzuwiegen, zumal uns die Lebensmittelindustrie doch seit Jahrzehnten den letzten Geschmacksnerv tötet.

Deshalb schlage ich vor: Wir streichen diese Schlagzeile, meine lieben kritischen, investigativen Medienvertreter – beobachten das Treiben von Stiftung Warentest etwas kritischer und schenken als Entschuldigung an alle Bio-Anbieter foodwatch eine Gratis-Anzeigenseite!!!

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Über LuM

Wahrheit „= Eine Fackel, aber eine ungeheure; deswegen suchen wir alle nur blinzelnd so daran vorbei zu kommen, in Furcht sogar, uns zu verbrennen.” Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), dt. Dichter

2 Kommentare

  • Mai 27, 2010 | Permalink | Antworten

    Stiftung Warentest – denen muss man echt auf die Finger schauen. Die haben z.B. jetzt einen Ratgeber für Heimwerken herausgegeben, natürlich mit dem Anspruch, dass das jeder kann. Also etliches davon kann noch nicht mal ein Handwerkerlehrling im 2. oder 3. Lehrjahr, von der benötigten Ausrüstung ganz zu schweigen. Da wird mal wieder so getan, als ob man der “gute Onkel” des einfachen Mannes sei, in Wirklichkeit geht es bei denen doch auch schon seit Jahren nur ums Geschäft.

  • Mai 28, 2010 | Permalink | Antworten

    Wir sind ja selber schuld, denn wenn wir die “billigen” Lebensmittel kaufen und damit auch deren Herstellung fordern, wird sich in Puncto Lebensmittelqualität nicht viel ändern. Wir, die Verbraucher sind viel zu unkritisch und lassen uns viel zu sehr von Werbung beeinflussen. Dass Bio besser schmeckt erfährt jeder, der beim “Bio-Bauern um die Ecke” kauft. Hier gibt es Produkte aus der Region, d. h. ohne lange Langerung und Transporte. Die Lebensmittel wachsen, wo sie verbraucht werden. “Bio” als Trend kommerzialisiert das wertvolle Lebensmittel und durch die laschen EU-Verordnungen geraten auch Zusatzstoffe wieder in den Kreislauf, die dort nicht hin gehören. Auch hier leider, wie so oft bestimmt der Profit das Geschäft.
    Daher mein Plädoyer: Gegen Monsanto und Co. und für mehr Moral – auch bei der Herstellung und Deklaration von Bio-Lebensmitteln!

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