Abgezockt – dafür müssen Sie zahlen!

Sie rauchen und trinken nicht, halten ihr Normalgewicht und machen regelmäßig Sport? Sie waren in den letzten Jahren nur selten krank und haben keinen Arzt gebraucht? Und dann verdienen Sie noch ganz knapp unter der Beitragsbemessungsgrenze?

Tja, Pech gehabt. Damit sind Sie soeben zur Lieblingsperson des deutschen Gesundheitswesens geworden. Dieses völlig marode, angeblich auf dem Solidaritätsprinzip basierende “was-auch-immer-für-ein-System”, dessen Leben gestern noch einmal mit einem politischen Offenbarungseid künstlich verlängert wurde, kann künftig nur noch eins; Mitglieder zur Kasse bitten und möglichst keine Leistungen mehr zuteilen. Und damit dies klappt, brauchen wir Sie, den gesunden Gutverdiener, als Stütze des deutschen Gesundheitssystems.

Leider sehen die Realitäten ein wenig anders aus. Die Löhne und Gehälter sinken, die Menschen werden älter und “belasten” das System damit natürlich auch länger und die Arzneimittelhersteller schöpfen immer noch den deutschen Rahm ab, in dem sie ihre Medikamente deutlich teurer verkaufen als anderswo. Gleichzeitig beschränkt sich die Politik darauf, entstehende Defizite vorzugsweise zu Lasten der Beitragszahler zu bekämpfen. Wo bitte ist denn hier die Reform?

Ich muss dies leider immer wieder fragen und damit meine (hoffentlich) mahnende Stimme erheben. Es kann doch einfach nicht wahr sein, dass wir systemisch nichts verändern und einfach nur steigende Kosten denen aufbürden, die sich dagegen nicht wehren können.

Denn damit das klar ist, den Generationenvertrag haben Sie in dem Moment quasi unterzeichnet, als Sie aus den Lenden ihrer Mutter herausgepresst wurden und ihren ersten Schrei taten. Das war sozusagen ihre Unterschrift unter einen Vertrag, dessen Sinnhaftigkeit und Durchführbarkeit heute mehr denn je in Frage gestellt wird. Ob Sie bei dem Schrei geschäftsfähig waren hat übrigens keine Rolle gespielt.

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Über LuM

Wahrheit „= Eine Fackel, aber eine ungeheure; deswegen suchen wir alle nur blinzelnd so daran vorbei zu kommen, in Furcht sogar, uns zu verbrennen.” Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), dt. Dichter

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