3-2-1… meins!

Da hat mal wieder jemand in der Koalition einen Geistesblitz gehabt. Seit Monaten versucht man sich in Sachen Atomausstieg um eine Entscheidung zu drücken und nun glaubt man einen guten Weg aus dieser Misere entdeckt zu haben.

Anstatt klar Position zu beziehen und damit, je nach Entscheidung,  Druck von der Atomlobby zu bekommen oder aber vor dem Bundesverfassungsgericht zu landen weil die Opposition munter klagt, denkt man nun in Regierungskreisen laut darüber nach, Laufzeiten von Atomkraftwerken zu versteigern. Damit könnte man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen:

  1. Die Regierung wäre die Verantwortung für evtl. Störfälle los, die man bei einer Laufzeitverlängerung für bestimmte Kraftwerke nicht von der Hand weisen könnte und
  2. Die Regierung glaubt durch eine Versteigerung wesentlich höhere Erlöse erzielen zu können, als dies bei der sog. Brennelementesteuer möglich wäre. Praktischer Weise würde man damit auch gleichzeitig dem Streit mit den Energieriesen aus dem Weg gehen.

Irgendwie scheint die Laufzeitverlängerung für Uralt-Kraftwerke ja wohl schon beschlossene Sache zu sein. Es kümmert offensichtlich keinen, dass der Atomausstieg auch von einer Bundesregierung beschlossen wurde und damit dem Willen des Volkes entsprach.

Wäre in den Wahlprogrammen bei der letzten Wahl klar und deutlich der Ausstieg vom Atomausstieg formuliert gewesen, dann könnte man auch heute davon ausgehen, dass damit dem Mehrheitswillen Rechnung getragen wird. Dem ist aber nicht so.

Darüber hinaus zeigen die aktuellen Umfragewerte, dass die Regierungsarbeit in Deutschland von maximal 37 % der Bevölkerung getragen wird, während die Oppositionsparteien und damit die Gegener der Laufzeitverlängerung aktuell 56 % des Volkes hinter sich haben.

Und was die Erlöse betrifft, was sollte eigentlich das Energiekartell davon abhalten auch in diesem Fall Absprachen zu treffen und sich über ihre Angebote zu verständigen.

Da kann man der Regierung eigentlich nur raten, eine Sofort-Kauf-Option einzubauen (um einen geplanten Minimalerlös zu erreichen) oder aber einen zweiten Bieteraccount anzulegen, um evtl. die Lizenzen selbst zu ersteigern. Aber das ist ja bestimmt verboten….

An die Merkels und Röttgens dieser Welt. Wir haben keine Lust unseren Strom aus Kernkraftwerken zu beziehen, deren technischer Standard und Sicherheit sich an den 70er Jahren orientiert. Eigentlich wollen wir gar keinen Strom aus Kernkraftwerken, da wir u.a. auch das Endlagerproblem niemals in der Griff kriegen werden.

Nutzt das, was uns Mutter Natur reich- und nachhaltig zur Verfügung stellt und investiert in regenerative Energieversorgung. Dann würdet ihr vielleicht auch mal Volkes Wille umsetzen. Denn nach einer aktuellen, wenn auch geschönten, Umfrage von Emnid im Auftrag des Deutschen Atomforums, sind gerade mal 40 % der Bevölkerung für die Nutzung von Atomenergie. Und das ist eindeutig zu wenig.

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Über LuM

Wahrheit „= Eine Fackel, aber eine ungeheure; deswegen suchen wir alle nur blinzelnd so daran vorbei zu kommen, in Furcht sogar, uns zu verbrennen.” Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), dt. Dichter

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