Kinderarbeit – Ignoranz – Katastrophe

Was haben Verena Pooth und der Textildiscounter kik gemeinsam? Nichts, Verena Pooth leidet ja (noch) nicht unter chronischer Zahlungsunfähigkeit. Und weil sie das nicht tut, ist kik, mal abgesehen von ihrer Funktion als Werbeträgerin, gar nicht an Frau Pooth interessiert.

kik, das Bekleidungsunternehmen aus dem Tengelmann-Konzern, das vor Jahren schon mal wegen des Verdachts auf Kinderarbeit in die Schlagzeilen geratenwar, schlingert mal wieder durch schweres Wetter.

Gerade erst wurde wieder einmal aus firmeninternen Kreisen bekannt, dass das Unternehmen bestimmte Mitarbeiter systematisch ausgespäht hat. Besonders im Fokus standen solche Angestellte, die mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen hatten. Diesen wurde dann auch noch, zu allem Überfluss, gekündigt.

Und hier kommen wir an den Punkt, wo wir eine dringende Frage stellen müssen. Wer kauft denn diese Billigklamotten?

Wohl eher Personen und Familien, die sich (noch) erfolgreich gegen den grassierenden Labelwahn zur Wehr gesetzt haben und die auf günstigste Preise angewiesen sind, vielleicht auch weil sie ohnehin schon überschuldet sind. Also eigentlich auch genau die Klientel, die kik eigentlich in ihren von der Pleite bedrohten Mitarbeiter sehen könnte.

Aber genau an dieser Stelle setzt scheinbar der kapitalistische Gedanke bei der Firmenleitung aus. Anstatt sich schon mal Stammkäufer unter den eigenen Mitarbeitern zu sichern, werden diese entlassen. Sehr seltsam für eine Firma, die nicht ausschließen kann, dass Teile ihres Sortiments von Kinderhänden gefertigt werden.

Irgendwie müssen die günstigen Preise ja machbar sein.

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Über LuM

Wahrheit „= Eine Fackel, aber eine ungeheure; deswegen suchen wir alle nur blinzelnd so daran vorbei zu kommen, in Furcht sogar, uns zu verbrennen.” Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), dt. Dichter

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