Warum denn so wenig?

Na wenigstens für einen hat sich die Karstadt-Insolvenz gerechnet. Nein, damit meinen wir nicht Nicolas Berggruen, den deutsch-amerikanischen Investor, sondern eher den Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg, dessen Arbeit nun, wie heute bekannt wurde, mit 27,2 Millionen Euro entlohnt wird.

Zugegeben, wir wissen nicht so genau was ein Insolvenzverwalter mit seinem Mitarbeiterstab so alles leisten muss, aber wir wissen, was man mit 36.000.000 € so alles bezahlen kann. Da wären z.B.

Man(n) kann sich davon aber auch

  • 226 Porsche 911er kaufen oder
  • 65 Eigentumswohnungen in gehobener Lage mit gehobener Ausstattung als Altersvorsorge zulegen oder aber auch
  • jede Minute im Spielcsino 1.000 € verschleudern, womit man dann 27.200 Stunden | 1.133 Tage | 38 Monate oder | 3,14 Jahre ununterbrochen mehr oder weniger sinnvoll beschäftigt wäre.

Na ja, Sie finden das jetzt vielleicht ein bisschen polemisch (oder vielleicht sogar total), Recht haben Sie. Wir wollen auch gar nicht faktisch sein oder werden, wie sollte man dies bei solch einem Thema auch können.

Nichts in der Welt, auch nicht die auf einen ganz speziellen und kleinen Kreis von Profiteuren zugeschnittene Insolvenzordnung, vermag zu begründen, wieso ein Insolvenzverwalter für bislang 17 Monate Arbeit einen solch unglaublichen Betrag bekommt. Wir sind uns schon bewusst darüber, dass Herr Görg nicht alles alleine leistet und dafür einen Stab qualifizierter Mitarbeiter in Anspruch nimmt (wie wohl er sicherlich nicht gleich alle knapp 150 Anwälte braucht die in der Sozietät Görg aufgeführt werden), trotzdem steht die Vergütung, die ihm das Amtsgericht Essen nunmehr zugesprochen hat, in keinem Verhältnis zum Aufwand.

Über moralischen Bedenken der Bevorteilten muss man an dieser Stelle eigentlich kein Wort verlieren, sie sind einfach nicht vorhanden. Gut verschanzt hinter Gesetzestexten lässt sich die Wut “Otto Normalverbrauchers” gut ertragen.

Unsere Bitte an den Gesetzgeber: Regelt die Insolvenzordnung so, dass sich Aufwand und Vergütung in einem angemessenen Verhältnis gegenüber stehen. Dann verbleiben Millionenwerte auch in den Firmen und tragen zur Fortführung und damit zum Arbeitsplatzerhalt bei. Dass damit auf zweiter Ebene die Sozialkassen entlastet werden, verleiht unserer Bitte Nachdruck.

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Über LuM

Wahrheit „= Eine Fackel, aber eine ungeheure; deswegen suchen wir alle nur blinzelnd so daran vorbei zu kommen, in Furcht sogar, uns zu verbrennen.” Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), dt. Dichter

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