Der Herr des Fachkräftemangels!

Klaus Zimmermann, seines Zeichens Professor an der Universität Bonn und gleichzeitig Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, hat seine Macht demonstriert.

Wollte doch einer seiner Mitarbeiter beim DIW eine Studie veröffentlichen, die deutlich von der “Mär des Fachkräftemangels in Deutschland” abrückte. Das gefiel dem Institutsleiter aber gar nicht, propagiert er doch schon seit Monaten, dass in Deutschland quer durch viele Branchen ein Mangel an gut qualifizierten Fachkräften besteht, der, so einer der Vorschläge von Zimmermann, durch eine Verlängerung der wöchenlichen Arbeitszeit und eine deutlich höhere Zuwanderung zu beheben sei.

Da passt natürlich eine Studie des eigenen Hauses so gar nicht ins Konzept, die zu völlig anderen Ergebnissen kommt. Deshalb wurde die Veröffentlichung zurückgezogen und das Elaborat vom Chef höchstselbst redigiert, damit auch die richtigen Ergebnisse verkündet werden können.

Und weil selbst Zimmermann an bestimmten Fakten nicht vorbeikommt, gab es zum Abschluss auch noch einen entsprechenden Kommentar von ihm damit auch ja klar wird, wer hier im DIW recht hat. Die entsprechende Veröffentlichung können Sie hier nachlesen.

Da fragt man sich als interessierter Leser doch sofort, warum denn das so sein muss? Warum werden nicht einfach die Fakten einer neutralen Begutachtung unterzogen, bewertet und anschließend die Ergebnisse entsprechend veröffentlicht?

Geht es darum flächen- und branchenübergreifend die Rückkehr zur 40 Stunden Woche durchzusetzen oder einen neuen Anlauf zu mehr Zuwanderung vorzubereiten (was momentan bei der herrschenden Integrationsdebatte sicherlich schwierig sein dürfte)? Und werden eigentlich mit der Zuwanderung auch günstigere Lohnstrukturen ins Land geholt? Und wie sind diese mit den bestehenden Lohnstrukturen deutscher Facharbeiter zu vereinbaren? Ist da eine Anpassung (natürlich nach unten) überhaupt vermeidbar?

Ehrlich gesagt, wir wissen es nicht. Aber allem Anschein nach soll sich wohl die “Geschichte vom Fachkräftemangel in Deutschland” nicht einfach so in Luft auslösen, selbst wenn Fachkräfte des DIW zu dieser Überzeugung kommen sollten.

Bildquelle: Klaus F. Zimmermann, Pressefoto des DIW

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Wahrheit „= Eine Fackel, aber eine ungeheure; deswegen suchen wir alle nur blinzelnd so daran vorbei zu kommen, in Furcht sogar, uns zu verbrennen.” Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), dt. Dichter

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