Verstaatlichung jetzt, sonst wird es teuer!

Lt. Angaben der Energieagentur NRW hat sich der Strompreis pro Kilowattstunde in den letzten 40 Jahren fast vervierfacht, von einstmals 6 Cent/kwh auf nunmehr 24 Cent/kwh.

Das Liberalisierungsgesetz von 1988, welches eigentlich zur Schaffung von mehr Wettbewerb und dadurch verbrauchergerechte Preise sorgen sollte, hat leider genau das Gegenteil bewirkt. Nach und nach verschwanden kleine regionale Anbieter vom Markt und letztlich blieben 4 große Anbieter übrig, die den Markt untereinander aufteilten und den Preis für Energie mehr oder weniger frei bestimmen können. Bisherige Prüfungs- und Überwachungsmaßnahmen des Bundeskartellamtes haben bislang noch zu keinen nennenswerten Ergebnissen geführt, von dem “Rauschen im Blätterwald” vielleicht einmal abgesehen.

Und dann gibt es ja noch den eigentlich (un)geliebten Ökostrom. Kein Wunder bei den irrwitzigen Kosten, die durch diese “politische Glanzleistung” unserer Bundesregierung den Bürgern entstanden sind. Eine Quasi zwanghafte Förderung der Bereicherung einger durch viele, die nicht das Kapital haben, um sich eine große Solaranlage auf das Dach bauen zu lassen. Die EEG-Umlage, mittels der wir gewzungen werden den Ausbau erneuerbarer Energien zu zahlen, ist zum Jahreswechsel 2010/2011 um !!70,73 %!! gestiegen. 3,5 Cent/kwh müssen wir Verbraucher nun zahlen, damit sich die Solaranlage auf dem Dach des Nachbarn auch ja rentiert. Und die Versorger zögern natürlich nicht, diese Kosten an uns weiterzugeben, warum auch. Schließlich war es ja die Politik und damit mittelbar auch das deutsche Volk, das diese Entscheidung so wollte.

Hier eine kleine persönliche Beispielrechnung: Allein für meinen kleinen Haushalt bedeutet dies effektiv 413 € Mehrkosten pro Jahr, Geld, welches ich aus den verfügbaren Mitteln herausrechnen muss, weil ich weder auf der anderen Seite eine steuerliche Entlastung in ähnlicher Höhe erfahre, noch weil mir mein Arbeitgeber auch nicht mehr Geld zahlen will (von wegen Weltwirtschaftskrise und so). “Kostenlose Sonnenenergie”, zumindest für mich gilt das nicht und bei jährlichen Kosten von insgesamt 13 Milliarden Euro bin ich bestimmt nicht der einzige der dieses Problem hat.

Und nun steht uns, angetrieben durch den temporären schnellen Atomausstieg, ein neuer Preisschock bevor. Wie Spiegel Online heute schon berichtete, soll die Abkehr von der gefährlichen Atomenergie bis zum Jahr 2020 ca. 230 Milliarden Euro kosten. Investitionen in Wind- und Sonnenparks, in zusätzlich erforderliche Leitungsnetze und und und…

Das werden die Stromkonzerne natürlich nicht umsonst machen oder als zukunftsgerichtete, volkswohltätige Investition ansehen (die sie natürlich steuermindernd in der Bilanz zum Ansatz bringen können). Ganz im Gegenteil. Der Verbraucher wird auch diese Rechnung durch weiterhin steigende Energiepreise zahlen müssen, obwohl in diesem Fall der Rohstoff (Sonne, Wind und Wasser) wirklich kostenlos wäre.

Um dieser sich abzeichnenden Entwicklung vorzubeugen gibt es eigentlich nur ein Mittel. Das Thema Energie muss unter staatliche Kontrolle gestellt werden. Es kann nicht angehen, dass Bürger einen nicht unerheblichen Teil ihres Einkommens dafür aufwenden müssen, damit sie im Winter nicht erfrieren. An irgendeiner Stelle in diesem System, sei es bei der Erzeugung oder dem Transport von Energie, muss der Staat als Regulativ eingreifen. Entweder durch die Verstaatlichung der Energiekonzerne (Banken sind ja in der Krise auch verstaatlicht worden) oder aber durch die Verstaatlichung des Leitungsnetzes um damit einen wesentlichen Einfluss auf die Preisgestaltung zu nehmen.

Worauf warten wir noch? Beginnen wir die Energiewende jetzt!

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Über LuM

Wahrheit „= Eine Fackel, aber eine ungeheure; deswegen suchen wir alle nur blinzelnd so daran vorbei zu kommen, in Furcht sogar, uns zu verbrennen.” Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), dt. Dichter

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